Sumatera Vibes

„Good to know“

Bei Sumatra (im indonesischen Sumatera) handelt es sich um eine Insel, welche zu dem Land Indonesien gehört. Die Größe Sumatras ist nicht zu unterschätzen, sodass Sumatra mit Recht den Titel „ sechstgrößte Insel der Welt“ trägt. Sumatra wird in 10 Provinzen unterteilt, welche teilweise sehr unterschiedlich sind. Im Norden der Insel erstreckt sich „Aceh“. In Aceh wurde im März 2003 die Scharia eingeführt. Aceh bildet aktuell die einzige indonesische Provinz, unter welcher diese Gesetze herrschen. Dennoch empfehle ich jedem, der eine Reise in diese Region plant, sich zumindest grob über die Bedeutung und Gesetzeslage der Scharia zu informieren.

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Nicht nur Sumatras Größe, auch Sumatras Vielfalt ist sensationell und lässt das Herz der Touristen mit den verschiedensten Reisemotiven höher schlagen. Komplett um Sumatra herum findet man an verschiedenen Punkten vorgelagerte Inselgruppen, welche zum Schnorcheln und Relaxen einladen. Einer der publiken Spots hierfür ist „Pulau Weh“, an der Nordspitze Sumatras. Ebenso lädt Sumatra zu verschiedensten Wanderungen und Erkundungstouren ein. Ob im Dschungel oder aber auf einem Vulkan. Auch glänzt Sumatra mit mehreren Großstädten, welche jedoch in ihrer Sehenswürdigkeit recht variieren. Und das ist nur ein grober Rundumblick: Es gibt hier noch so viel mehr zu entdecken und so viel mehr Plätze, welche zum verweilen einladen. Wir sind im Rahmen unseres Zeitplans auf unserer Weltreise doch recht eingeschränkt, was unser Zeitfenster angeht. Hinzu sind wir ein wenig darauf angewiesen, was für Preise die Airlines rausgeben, sodass sich unser Aufenthalt auf Sumatra auf 12 Tage limitiert.

„Here we are! Hello Sumatra!“

Nach einer langen Nacht am Airport von Kuala Lumpur und einem deutlich verspäteten Flug, bedingt durch eine defekte Maschine, landen wir am späten Vormittag in Medan. Wir nehmen den lokalen Bus und zahlen 20000 Rupiah (ca. 1,33€) um in die Stadt zu gelangen, in welcher wir zwei Stunden später ankommen. Medan hat im Grunde genommen nicht sehr viel zu bieten. Eigentlich handelt es sich hierbei um eine nicht sehr schöne, asiatische Großstadt ohne sonderliche Anlaufpunkte. Wir stellen fest, dass Touristen hier noch eine Minderheit bilden. Die Indonesier vor Ort betrachten uns als seien wir bunte Vögel und das Wort „starren“ findet hier seine buchstäbliche Bedeutung. (Niemand, der uns erblickt hat wendet seine Augen wieder von uns ab und nicht selten bekommen wir Luftküsse zugeworfen). In der gesamten Zeit unserer Reisen stellen wir fest, dass es unterschiedliche Varianten des Starrens gibt. Vom verlegenen, vom freundlichen, bis hin zum bösen Starren. Auf einer Skalierung würde ich jenes in Medan zum „es ist okay Starren“ einstufen. 😉

Wir beschließen, uns von der langen Nacht zu erholen und nach einem Dinner bei KFC  nur noch zu entspannen.

„Von Medan nach Bukit Lawang“

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Der Transfer innerhalb des Landes gestaltet sich mit den öffentlichen Bussen der Einheimischen als recht schwierig und unglaublich unkomfortabel. Auch wenn der Transfer mit dem „Chickenbus“ im Grunde genommen um einiges günstiger sein soll, so hören wir an vielen Stellen dass so ziemlich nie ein Tourist den Preis bezahlt hat, den die Einheimischen bezahlen. Teilweise wurde viel zu viel verlangt (bis zu dem 10 fachen). Sollte man sich dennoch für diese Variante entscheiden, sollte man sich auf keinen Luxus einstellen. Das Straßennetzwerk auf Sumatra ist nur semi gut ausgebaut (viele Schotterstraßen) und die Busse sind recht unkomfortabel. Hinzukommend mögen die Indonesier keinen Wind, rauchen aber zu wirklich jeder Sekunde und zu jeder Gelegenheit, auch in den Bussen.

Wir beschließen, dass wir 7€ übrig haben und buchen uns ein Touristensammeltaxi nach „Bukit Lawang“. Dieses holt uns wie versprochen um 10h morgens ab.

Wir haben Glück, denn wir sind, inklusive Fahrer, nur vier Personen im Auto, also genug Platz für alle. Die Fahrt soll ca. 3-4 Stunden dauern.

Ich empfinde bereits diese als total beeindruckend. Nachdem wir die Stadt verlassen haben fahren wir durch Sumatras Natur und durch viele kleine Dörfer. Neben Affen, Kühen und einer schönen Natur, welche die Straßen schmücken bekommen wir viele kleine Eindrücke in das Leben auf dem Dorf hier. Es erscheint alles noch so viel traditioneller als in anderen Teilen Südostasiens. 25 Minuten vor dem Ziel kommt es zu einem Auto- und Fahrerwechsel. Das andere Auto habe einen kaputten Reifen. Damit wolle man nicht mehr bis Medan fahren. Okay, also fahren wir damit weiter. Unser Fahrer gönnt sich an den Straßenständen eine volle Tüte verschiedenster, frittierter Variationen (Gemüse, Hühnchen,man weiß es nicht was noch so alles). Wir sind herzlich eingeladen diese (echt leckeren) Snacks mit ihm zu verputzen.

„Das chillige Bukit Lawang“

In Bukit Lawang angekommen werden wir von unserem Guesthouse am Sammelpunkt von den Sammeltaxen abgeholt und zu unserem Guesthouse, dem „Rainforrest Guesthouse“ gebracht. Von hier aus erkundigen ein wenig die Stadt. Bukit Lawang liegt direkt an einem Fluss, welcher sich durch die Stadt zieht. Beide Stadtseiten sind durch mehrere Hängebrücken, welche über den Fluss führen, verbunden. Am Bekanntesten ist wohl die Größte von ihnen, welche das Stadtbild einmalig macht! Es gibt einen kleinen Basar hier, über welchen wir auf ein Stündchen rüber schlendern. Darüber hinaus gibt es hier ein gutes Angebot an Cafés und Restaurants, wir selbst sind jedoch mit dem Essen in unserem Guesthouse mehr als zufrieden sodass wir sie nicht ausprobieren. Bukit Lawang ist wirklich nicht groß, aber es hat Flair! Und es macht Spaß mit einem Mangoshake in einer Hängematte am Fluss zu entspannen und die Affen am späten Nachmittag dabei zu beobachten, wie sie versuchen, verzweifelte Touristen auszurauben. Und natürlich bildet Bukit Lawang einen von zwei Ausgangspunkten zur Dschungeltour zu den Orang Utans, ein „Must do“ in dieser Region. Mehr dazu jedoch in unserem Blogeintrag über unsere Zeit in Bukit Lawang, sowie zu einer der bisherigen besten Touren in unserem Leben, zu den Orang Utans im Dschungel → Auf eine Nacht mit Orang Utans.

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„Umzingelt vom Sinabung und vom Sibyak- Berastagi, die Vulkanstadt“

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Nach den unvergesslichen Tagen in Bukit Lawang geht unsere Reise weiter nach Berastagi. Wir wählen wieder das Sammeltaxi für Touristen. Nur dieses Mal sitzen wir eher wie Sardinen in der Büchse, inklusive Fahrer zu 6 in dem kleinen Auto. Richtig, sechs Leute machen auf einen kleinen PKW kaum Sinn, folglich sitzt einer auf einem kleinen Sitz im Kofferraum. Wir verlassen die „Muckelbude“ nach 5 Stunden und erkunden Berastagi. Berastagi ist eine süße Stadt. Es gibt einen schönen Stadtkern mit einem großen Markt, kleinen Läden, die man so zum Leben braucht und einem Museum.

Hinzukommend sind um Berastagi herum zwei Vulkane. Einer der Vulkane ist der Sinabung, welcher der Impulsivere von beiden ist. Der Sinabung brach in der Vergangenheit immer mal wieder aus, zuletzt im Jahre 2010. Seither kommt es regelmäßig zu Eruptionen vom Sinabung. Dieser ist nicht besteigbar. Um den Sinabung herum wurde eine Grenzzone gebildet, welches Gebiet als unbewohnbar zählt und heute als Geisterstadt zählt.

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Der Sibayak, der zweite Vulkan, ist deutlich besser drauf und zuletzt ausgebrochen im Jahre 1881. Zu diesem werden unterschiedliche Touren angeboten und auch eine Besichtigung auf eigene Faust soll möglich sein. Alles zu unserer Zeit in Berastagi und zu unserer Sonnenaufgangstour zum Sibayak ist hier nachzulesen → Berastagi: Sonnenaufgang auf einem aktiven Vulkan.

„Lake Toba- die malerische Schweiz“

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„Last but not at least“ geht unsere Reise zum Lake Toba. Der Lake Toba liegt inmitten von Sumatra und dennoch glaubt man anfänglich nicht, dass diese Ecke mit zum Land gehören soll. Es erinnert vielmehr an einen schönen Ort inmitten der Schweiz! Die Landschaft um den See ist sehr grün und sehr schön und der komplette See wird von Bergen umrandet. Auf der kleinen Insel erkennt man die asiatische Haltung und das Flair doch schnell wieder. 😉 Alle Menschen sind tiefen entspannt und begegnen dir mit dieser unglaublichen Leichtigkeit, typisch dem Motto „Man lebt nur einmal“. Henne und ich nutzen hier die Zeit zum entspannen und erkunden den südlichen Teil vom Lake Toba mit einem Roller. Mehr dazu hier → Welcome to Lake Toba, der indonesischen Schweiz.

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„Abschließend lässt sich behaupten, so rümpft die Nase und spitzt die Ohren…“

Im Gegensatz zu Henne bildet Sumatra meine erste Reise nach Indonesien. Bereits am Airport bin ich tierisch aufgeregt, da ich grob eine Idee davon habe was mich, zumindest im Dschungel von Sumatra, erwarten soll. Und wir werden in keinster Weise enttäuscht. Für mich bildet die Reise nach Sumatra bisher eines meiner absoluten Highlights auf unserer Weltreise. Der Dschungel von Bukit Lawang, all die Orang Utans und wir mitten drin, bringen unsere Augen über zwei Tage durchgängig zum Leuchten. Noch heute kann ich es gar nicht fassen, diese zarten Finger des so süßen Orang Utans berührt und bestaunt zu haben. Und auch die Nacht im Dschungel werden wir nie vergessen!

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Wir dürfen einen Sonnenaufgang auf einem Vulkan betrachten. Wir wandern über den Krater und bauen aus Steinen unsere Anfangsbuchstaben auf, sodass diese vorerst auf diesem verewigt sind. Dieser ganze Aufstieg war ist ein tolles Erlebnis!

 

Doch nicht nur unsere Ausflüge machen diese Insel für mich so besonders! Sumatra ist an sich eine wunderschöne Insel! Das Land hat so viel Schönheit! Die Natur hier ist wunderschön und auch die Menschen haben uns überzeugt. Alle sind sehr nett und hilfsbereit und man hat mit ihnen unglaublich viel Spaß! Wir werden überall wunderbar behandelt.

So ziemlich jedes Kind begrüßt uns und spricht mit uns die paar Brocken Englisch, die sie eben können. An einer Stelle verschenke ich ein Blatt, welches sofort bemalt wird. Henne zeigt ihnen wie man eine Ente malt, welche stolz nachgemalt wird. Sie freuen sich, wenn ich Fotos von ihnen mache, bleiben aber an so ziemlich jeder Stelle freundlich und fordern nicht. Im Museum von Berastagi ist mit uns zeitgleich eine Schulklasse, Jugendliche. Natürlich gucken uns zwei Weiße alle an und wir werden plötzlich zum Mittelpunkt. Wir gehen mit ihnen ins Gespräch und haben den Eindruck, dass diese Gespräche für beide Seiten eine Bereicherung darstellen. Manchmal sind es genau diese kleinen Momente, die eine Reise so großartig macht.

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Sumatra erscheint, im Vergleich zu vielen Teilen Südostasiens und, wie mir gesagt wurde, im Vergleich zu dem einen oder anderem Teil in Indonesien, noch so traditionell und urig. Auch merkt man, dass hier einfach noch nicht der Massentourismus angekommen ist. Ich für meinen Teil bin von Land und Leuten überzeugt und werde hoffentlich eines Tages wiederkommen. Ich habe mich in diese Insel verliebt und werde meine Erfahrungen auf Ewig in meinem Herzen tragen.

Sumatera Vibes- try it and you will love it!!

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