Skandinavien & Baltikum – Sommer 2011

Anfang 2011 beschließen Igor und ich einen Europa Trip zu machen. Es ist die Zeit, in der die Billigflieger wie Ryanair oder Easyjet massiv ausweiten und dafür mit Kampfpreisen viel Werbung machen. Und so kommen wir auf die Idee, einen Trip durch Skandinavien und das Baltikum bis nach Polen zu unternehmen. Tatsächlich buchen wir dafür nur 2 Flüge: von Bremen nach Oslo und von Posen (Póznan) nach Deutschland bzw. nach Spanien (ich treffe Nicole im Anschluss in Barcelona 😉 ). Die restliche Tour planen wir folgendermaßen:

  • Von Oslo mit der Bahn nach Stockholm
  • Von Stockholm mit der Fähre nach Helsinki
  • von Helsinko mit der Fähre nach Tallinn
  • Von Tallinn mit dem Bus nach Riga
  • Von Riga mit dem Bus nach Vilinus und Kaunas
  • Von Kaunas mit dem Bus nach Danzig
  • Von Danzig mit der Bahn nach Warschau und Krakau

Insgesamt wollen wir so also 7 Länder besuchen: Norwegen, Schweden, Finnland, Estland, Lettland, Litauen und Polen. Dafür nehmen wir uns 3 Wochen Zeit – ziemlich sportlich 😉

Skandinavien: Oslo, Stockholm und Helsinki

Wir starten in der norwegischen Hauptstadt Oslo. Zunächst erkunden wir die Innenstadt, in der wir an einigen Sehenswürdigkeiten vorbei kommen; so zum Beispiel am Osloer Rathaus und an dem Schloss, in der die norwegische Krone residiert 😉 Unser Ziel stellt der Hafen dar, den wir gegen späten Nachmittag erreichen und der uns an Oslo besonders gut gefällt. Am Abend buchen wir unsere Bahntickets nach Stockholm und bereits am nächsten Tag geht es weiter…


Wir erreichen Stockholm gegen Mittag und machen uns kurz nach dem „Hotel – Checkin“ auf Entdeckunsgtour. Stockholm ist mit Oslo überhaupt nicht zu vergleichen, denn die Stadt ist um Längen attraktiver. Es entsteht der Eindruck, man befinde sich einer schwimmenden Stadt: Überall existieren Brücken, Kanäle und Seen – Wasser ist omnipräsent 😉 Und so kommt es, dass wir nach unseren ausgiebigen Spaziergängen den zweiten Nachmittag am „Strand“ (ja, in Stockholm gibt es Strände 😉 ) verbringen.

 

Nachdem wir in einem Einkaufszentrum unsere Fährtickets nach Helsinki buchen, starten wir einen Tag später in Richtung Finnland. Die finnische Hauptstadt ist wieder ganz anders als die bisherigen skandinavischen Hauptstädte. So ist Helsinki zunächst wieder eine „Wasserstadt“ und uns gefällt vor allem die Gegend um den Senatsplatz sowie die umliegenden Hafenanlagen. Für uns wirkt Helsinki zudem etwas „russisch“ – nicht nur wegen der orthodoxen Kirchen sondern auch deswegen, weil Igor sich auf russisch verständigen kann 😉

Von Skandinavien ins Baltikum

Wir erreichen das Baltikum indem wir mit einer Fähre von Helsinki nach Tallinn fahren. Und unser Start ist wirklich gelungen, denn wir beginnen unsere Baltikumtour in der estnischen Hauptstadt, die uns auf Anhieb sehr gut gefällt. Unser Hostel liegt glücklicherweise inmitten der Altstadt, so dass wir fortan alles einfach und zu Fuß erreichen können. Ein besonderes Highlight unserer Entdeckungstour ist die Aussichtplattform der St. Olaikirche, auf der sich uns ein herausragender Blick auf Tallinn eröffnet. 🙂

 

Nachdem wir auf unserem Trip bereits die vierte Stadt erkunden, entscheiden wir uns für etwas Abwechslung: Wir gehen zu einem Schießstand. 😉 Wir bezahlen pro Person ca. 50 Euro und dürfen uns je 3 Waffen aussuchen: Wir entscheiden uns unter anderem für eine Shotgun, eine Magnum und eine Ak 47.

 

Estland Top – Und Lettland und Litauen?

Tatsächlich stellt Tallinn für uns das Highlight im Baltikum dar. Die Stadt ist schön, hat viel zu bieten und einfach eine angenehme Athmosphäre. – Und ist das in Riga, Vilnius und Kaunas genau so? – ich würde sagen: „Jein!“ 😉 Uns gefallen die Städte tatsächlich sehr gut doch haben wir uns für diesen Trip ganz offensichtlich doch etwas „zu viel Stadt“ zugemutet. Wir sehen insgesamt sehr viele schöne und interessante Gebäude und nehmen den jeweiligen Charme der Stadt wahr, aber die detaillierte Aufnahmefähigkeit lässt definitiv nach – Daher konzentrieren wir uns gerade hier auf das günstige Bier und das ausgezeichnete Nachtleben 😉

 

Unsere letzte Destination – Polen

Wir fahren mit dem Bus von Kaunas nach Dazig. Die Stadt ist mit dem bisher Gesehenen der vorherigen Tage und Wochen nicht vergleichbar. Denn als Hauptstadt Pommerns (und damit Teil des alten Preußischen Reiches 😉 ) sowie als ehemalige Hansestadt hat Danzig doch allerhand zu bieten. Hervorheben möchte an dieser Stelle die Altstadt am Langen Markt, die Marienkirche sowie die Gegend um das alte Krantor (Wasser gefällt schließlich immer 😉 ).


Von Danzig machen wir uns mit dem Nachtzug auf in Richtung Warschau, der Hauptstadt Polens. Und die Stadt lebt: Anzugträger, Touristen, Bettler, jung & alt – so ziemlich alles ist hier unterwegs und wuselt nebeneinander her 😉 Es entsteht eine Athmosphäre, die man nur aus richtigen Großstädten kennt und da gehört Warschau mit seinen 1.7 Millionen Einwohnern wohl defintiv dazu 😉 Die Stadt hat allerdings auch besonders viel Geschichtliches zu bieten, insbesondere dann, wenn man sich für die Zeit um den Zweiten Weltkrieg interessiert. So besichtigen wir das „Museum der Geschichte der polnischen Juden“, das Pawiak Gefängnis sowie die Reste des Warschauer Ghettos (Umschlagplatz und Prozna Straße).

Das letzte Ziel unseres 3 wöchigen Trips ist Krakau. Die Stadt ist wieder äußerst attraktiv und gerade der Platz um die Krakauer Tuchhallen (polnisch: Sukiennice) bleibt fest im Kopf verankert. 😉 Wir nutzen die letzten Tage für das ausgesprochen gute Nachtleben und trinken noch einige Liter polnisches Bier, bevor wir unseren letzten Ausflug unternehmen…

Ohne Worte – Auschwitz

Wir fahren von Krakau mit dem Bus nach Auschwitz und besichtigen das größte Konzentrationslager des Zweiten Weltkriegs. Aus Zeitgründen beschränken wir uns auf das Hauptlager – das anliegende Vernichtungslager lassen wir aus. Der Ort ist insgesamt sehr bedrückend – vielleicht auch deswegen,  weil das Museum äußerst gut und sehr informativ gestaltet wurde. Nach einem halben Tag an diesem Ort sind wir beide für eine ganze Weile „in Gedanken“…

3 Wochen – viel zu wenig Zeit

Drei Wochen sind für 7 Länder defintiv zu wenig Zeit – das ist uns von Anfang an klar. Dennoch haben wir eine fantastische Zeit, in der wir sehr viele Eindrücke sammeln. Und das Wichtigste: jeder „Stop“ macht Lust auf mehr und so werden wir viele Städte mit Sicherheit noch einmal bereisen 😉

Abschließend möchte ich noch einige Erfahrungen auflisten, die in diesem Bericht keine Berücksichtigung finden:

  1. Sehr teures Bier in Skandinavien (mind. 5 Euro pro Flasche)
  2. Eine Nacht auf der Straße in Stockholm
  3. „Kippe teilen“
  4. Duty – Free & Casino auf der Fährtfahrt von Stockholm nach Helsinki (günstige Wodkaflasche wird direkt bei Ankunft umgestoßen und zerbricht :D)
  5. Erbsen in Helsinki – Erinnerung an Igors Kindheit
  6. Bogenschießen in Riga
  7. Polnische Hooligans im Nachtzug lassen das Herz kurzzetig höher schlagen

Wenn du eine der ausgewählten Geschichten hören willst dann sprich uns am Besten persönlich an 😉