Bienvenido Mexiko

Am Anfang unserer Planung stellte Mexiko mehr ein Drehkreuz für uns dar: Es war der Plan, von hier aus nach Kuba zu fliegen und von hier aus uns weiter durch Zentralamerika durchzuarbeiten. Natürlich hatten wir auch die Absicht, uns in Mexiko einiges anzugucken, doch dass Mexiko letztlich den größten Posten in unserem erstem Block der Weltreise einnehmen würde, das war uns beim besten Willen nicht bewusst. Wir verbringen in Mexiko sechs Wochen und soviel kann ich verraten: Es war toll! Mexiko ist ein so wundervolles Land!

Das Bild über Mexiko ist bei vielen Europäern, vor allem von uns sicherheitsbewussten Deutschen, nicht sehr vielseitig. Man sagt, das Land sei sehr gefährlich, mitunter wegen der Drogenkartelle. Man kann es keinem verübeln, die Medien leisten schliesslich einen glorreichen Beitrag dazu. Henne und ich sprachen in den vergangenen Wochen viel über unsere Vorstellungen von Mexiko vor der Reise. Wir beide mussten mit Erschrecken feststellen, dass unser Horizont auch sehr beschränkt war. Zusammenfassend: Drogen, Gewalt und Wüstenlandschaft, sowie die Maya. Wie sich unser Denken und unser Bild von Mexiko verändert hat, könnt ihr in dem abschließenden Fazit lesen. 😉

„Buenos Dias Cancun“

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Unser erster Stopp in Mexiko ist Cancun, natürlich. 😉 In Cancun verbringen wir nur drei Tage. Im Grunde genommen befinden wir uns hier im „Stopover- Modus“, da wir von hier aus weiter nach Kuba weiterfliegen. Auch in Cancun stellen wir mal wieder fest, es gibt „DAS Cancun und DAS Cancun“. Zum einen gibt es in Cancun „Downtown“. In Downtown leben die Mexikaner oder jene, welche sich nicht in ein überteuertes Hotel einbuchen oder kein gutes Air´bnb- Angebot schiessen konnten, so wie wir ;). Downtown erinnert uns auf den ersten Eindruck ein wenig an die asiatischen Grossstädte, nur eben wesentlich kleiner. Im Nachhinein betrachtet ist es einfach ein typisch mexikanischer Ort. 😉 Auch wenn das Bild das man hier sieht, nicht unbedingt das Erste war, welches man mit Cancun assoziierte ist es nett anzusehen und man ist auch hier absolut sicher. Leider haben wir es verpasst von Downtown das eine oder andere Bild zu machen..

„Das „Google- Cancun““

Von „Downtown“ aus fahren regelmäßig Busse in die „Hotelzone“, dem „anderem Cancun“. Hier findet man das wieder, was man mit Cancun in seiner Vorstellung verbindet: traumhafte, weiße Strände, türkisblaues Meer, Bars und Restaurants, Shoppingmöglichkeiten nach westlichen Standarts und eben riesengroße, wunderschöne Hotelbunker. Die Hotelzone ist für den Tourismus geschaffen worden und das ist den Mexikanern vollkommen gelungen. Wer sich hier ein „Allinclusive rundum sorglos Paket“ bucht, wird sicherlich nicht enttäuscht! Doch ist hier, so schön es ist, natürlich nicht das „wahre Mexiko“. Wir verleben hier dennoch drei wundervolle Strandtage. Vor allem die Strände haben mir hier echt richtig gut gefallen! Von hier aus hat man übrigens auch die Möglichkeit mit der Fähre zur Insel „Isla Mujeres“ zu fahren. Wir selbst haben es nicht gemacht, uns aber sagen lassen, dass es dort richtig schön sein soll. Sowohl der Kern der Insel, als auch die Promenade, Schnorchelausflüge und die Tierwelt.

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„Hola Playa del Carmen alias das Mallorca der Amerikaner“

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Unsere nächste Destination in Mexiko bildet Playa del Carmen. Ach ja, Playa und ich haben eine dezent ambivalente Beziehung zueinander. Man merkt einfach zu sehr, dass dies das „Mallorca der Amerikaner“ bildet, und sie sich hier demnach verhalten. Es stört sie nicht, einfach mal das Fünffache bis Zehnfache vom eigentlichen Wert zu bezahlen. Und das haben bereits auch die Mexikaner vor Ort verstanden. So ist es nicht selten, dass einfach alles und jeder versucht, dich über den Tisch zu ziehen. Die Preise in den Souvenirläden sind eine bodenlose Frechheit und nicht selten verlangen Taxifahrer utopische Preise. Kann man ja mal machen, schliesslich bezahlt es auch der eine oder andere Vollidiot. Ein kleines Beispiel: Wir wissen, dass man für eine ca. 20 minütige Fahrt 30 Peso bezahlt. Wir sahen einen Touristen, der 270 Peso hinlegte!! 270?! Woher soll er bitte kommen? Direkt aus Tulum?! Man kann also den armen Mexikaner verstehen, doch nervt es einen ungemein, permanent verarscht zu werden. Ich habe absolutes Verständnis dafür, als „weiße Frau“ etwas mehr zu bezahlen, aber zuviel ist zuviel. Und in diesem Ausmaß erleben wir es nirgendwo sonst in Mexiko oder an all den anderen Orten, an denen wir bisher waren.

Insgesamt verbringen wir hier knappe drei Wochen, was wirklich viel ist. Wir haben die Wochen jedoch auch zu unterschiedlichen Zwecken genutzt. Playa an sich ist der wirklich typische Touristenort, ähnlich wie Cancun. Das Herzstück von Playa del Carmen bildet die 5th Avenue, eine unglaublich lange Straße mit Einkaufsmöglichkeiten (zu teilweise echt frechen Preisen!), Bars, Restaurants und Hotels. Anders als in Cancun verteilt es sich in Playa mehr. Hier findet man im Stadt- bzw. Touristenkern viele Unterkunftsmöglichkeiten: Von dem kleinen Beutel bis hin zu den Hotelbunkern (wobei die wirklichen Luxusbunker mehr an den Küstengebieten zwischen Cancun und Playa del Carmen, sowie zwischen Playa del Carmen und Tulum zu finden sind). In jedem Fall kann man von der mexikanischen, bzw. „Playa del Carmischen“ Einstellung gegenüber Touristen halten was man will, die 5th Avenue ist schon toll. Neben den eben aufgezählten Möglichkeiten gibt es einen Platz mit einer Statue, welche zwei Meerjungfrauen darstellen soll, wo abends viele Aufführungen stattfinden, die jenen, welche nicht die Zeit haben um durch das Land zu reisen, wirklich einen schönen Einblick über gewisse Bräuche und Traditionen in Mexiko geben. Dafür klar ein Daumen nach oben! Auch findet man hier den Fähranleger nach Cozumel, sowie 1 Millionen Stände, welche versuchen, ihre Touren an den Mann zu bringen. Direkt vor der 5th Avenue findet man den Strand, welcher sich über den kompletten Küstenstreifen erstreckt. Hier gibt es jedoch „die und die“ Abschnitte. Manche sind echt schön, andere wiederum haben mir nicht so gefallen. Hinzu befinden sich an den Strandabschnitten (bei den einen mehr bei den anderen weniger) in der Regenzeit Algen, welche auch echt stinken können! Dennoch, hat man „seine Strandabschnitte“ erstmal lokalisiert verlebt man hier schöne Tage. Und Auch hier hat man alle Möglichkeiten der Welt: Jetski, Massage, Parasailing, alles was das Herz begehrt 😉 Hinter der 5th Avenue findet man ein Stück „wahres“ Mexiko. Ab diesen Abschnitt leben dann auch die Einheimischen ;). Von Playa del Carmen hat man super die Möglichkeit, viele Ausflüge zu machen. So fahren wir von hier aus nach Chichen Itza (hier gehts zum Blogeintrag) und machen einen Tagesausflug nach Cozumel (hier gehts zum Blogeintrag). Auch besuchen wir von hier aus die Ruinen von Tulum (hier gehts zum Blogeintrag).

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„Chilli- Vanilli in Palenque“

Nach unseren Reisen nach Belize (hier gehts zum Reisebericht) und Guatemala (hier gehts zum Reisebericht) kommen wir über die Grenze wieder nach Mexiko rein und fahren nach Palenque im Bundesstaat Chiapas. Palenque ist überschaubar. Im Grunde genommen gibt es eine große Hauptstraße, welche zu dem Marktplatz führt, auf welchen sich das Leben abspielt, aber eben auf mexikanische Art uns Weise: die Straßen sind voller Menschen und es gibt vieles zu beobachten. Auch sind hier viele kleine Stände, ob Obst, Säfte oder eben Streetfood. Vor allem letzteres hat uns hier extrem gut geschmeckt! Von Palenque aus kann man ebenfalls Ruinen besichtigen. Uns gefällt es hier richtig gut, wie in unserem Blogeintrag zu lesen ist (den findest du hier)

 

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„Auf in die Berge! Auf nach St. Cristobal!“

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Von Palenque aus fahren wir nach St. Cristobal. Wir befinden uns noch immer im Bundesstaat Chiapas, nur eben nun im Hochland. St. Cristobal bildet für mich von den Städten her mein absolutes Highlight in Mexiko! Die Stadt in ihrem Gesamten ist wunderschön! Die Häuser im Stadtkern sind so liebevoll hergerichtet und bunt, eben typisch für dieses Land. St. Cristobal ist etwas größer und verwinkelter und es gibt überall was zu gucken. Hier gibt es viel, wunderschöne Handarbeit , wie die typischen, mexikanischen Kleider und Shirts für Frauen aber auch die T-Shirts und Pullover für Männer. Auch der aus der Region sehr bekannte Kaffee ist hier überall zu erschwinglichen Preisen erhältlich. St. Cristobal ist eine sehr alternative Stadt. Die Menschen, welchen man hier begegnet könnten teilweise nicht unterschiedlicher sein. Und dennoch erscheint alles so harmonisch. Die Stadt wird von den Bergen umhüllt. Wir selbst verleben hier tolle drei Tage und bevor ich mich in meinen Schwärmereien verliere, verweise ich auch dieser Stelle auf den Blogeintrag zu St. Cristobal 😉

 

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„Das Weltkulturerbe Campeche“

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Von St. Cristobal aus fahren wir in den Bundesstaat Campeche und erkunden wie Stadt St. Francisco de Campeche. Die Kurzform hiervon ist einfach Campeche, genauso wie der Bundesstaat. Einige Bauten des Stadtkerns von Campeche gehören zum Unesco Weltkulturerbe, also wollen wir uns das natürlich auch genauer angucken 😉 Campeche ist eine Stadt mit viel Geschichte. Hier findet man, neben einen wirklich schönen Stadtkern und einer tollen Cathedrale viele Forts, wovon auch wir eines, nämlich St. Miguel, genauer unter die Lupe nehmen. Dennoch reicht auch hier ein Tag eigentlich aus, um einen guten Eindruck der Stadt zu bekommen.

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“ Esta mi Merida“

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Von Campeche aus geht es nach Merida. Wir sind nun im Bundesstaat Yucatan. Merida ist, ähnlich wie Campeche, nicht sehr groß. Merida punktet sehr mit seinem Stadtkern. Auf dem Hauptplatz befindet sich ein kleiner Park, welche zur Siesta einlädt. Drumherum wird der Park mit vielen kleinen Restaurants, Bars und Einkaufsmöglichkeiten geschmückt. Zwischen diesen befinden sich verschiedene Museen, welche gratis zu besichtigen sind. Herzstücke des Hauptplatzes bilden zum einen das Rathaus, zum anderen die Cathedrale. Von dem Platz aus gehen mehrere Straßen ab, welche viele Möglichkeiten zum Shoppen bilden. In Merida findet aktuell gerade das jährlich stattfindende Yucatanfestival statt, weshalb jeden Abend an einer anderen Stelle verschiedene Aufführungen stattfinden. Uns gefällt es es hier – näheres zu Campeche und Merida findet ihr in unserem Blogeintrag 🙂

„Rio Lagartos, les Flamingos y Los Colorados“

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Zu guter Letzt fahren wir nach Rio Lagartos, einem kleinen Fischerdörfchen, quasi zwischen Merida und Holbox. In Rio Lagartos selbst geht nicht sehr viel. Die Stadt, eher Dorf, ist man in einer Stunde abgelaufen. Dennoch gefällt uns der Ort, denn die Uhren und die Menschen ticken hier doch nochmal anders. Ein ähnliches Phänomen wie bei uns in Deutschland: Stadtkinder ticken doch nochmal anders als Dorfkinder. 😉 Von hier aus hat man die Möglichkeit, eine Flamingotour zu machen und die Los Colorados zu besichtigen. Mehr dazu auch in unserem Blogeintrag zu „Rio Lagartos„.

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„Abschließend lässt sich behaupten, so rümpft die Nase und spitzt die Ohren…“

Mexiko- du hast uns verzaubert! Es ist ein so vielseitiges Land, was soviel mehr zu bieten hat als Wüste und Burritos. Mexiko ist sehr groß, das wird gerne unterschätzt. Es besteht aus 31 Bundesstaaten. Und vor allem je nach Bundesstaat sind nochmal viele Unterschiede zu sehen. So ist gerade auf der Yucatanhalbinsel und unten in Chiapas viel Dschungel vorzufinden, während im Norden des Landes sich einige Wüstenlandschaften erstrecken. Die Natur überzeugt! Mehr als einmal klebten unsere Gesichter an den Fensterscheiben der Busse und wir staunten über zauberhafte Landschaftsabschnitte.

Man begegnet in Mexiko mehreren Kulturkreisen, ob den Indigos oder den Maya, oder einfach dem typischen Mexikaner. 😉 Alles rund um die Maya hat fasziniert. In unserer Zeit in dieser Region haben wir insgesamt vier Ruinenstädte besichtigt, wovon drei in Mexiko waren. Und es gibt insgesamt in Mexiko noch so viele mehr! Bei den Maya handelt es sich um ein ganz schön schlaues Völkchen und ich kann jedem ans Herz legen sich mit diesen mal zu befassen.

Mexikaner sind sehr traditionell. Viele Mexikaner tragen tradiotielle Trachten, es wird viel getanzt und gelacht. Es werden unterschiedlichste Ereignisse und Gruppierungen gefeiert (z.B. in St. Cristobal das Festival für die Taxi Collectivos).

Die Mexikanische Küche hat absolut überzeugt! Ob Burritos, Quesadillas, Marquesitas, Tortillas, etc. Es ist alles so lecker!! Vor allem das Streetfood ist ein Muss! Hier findet man das kulinarische Herz von Mexiko!

Die Mexikaner sind absolut freundliche Leute. Und ohne fies oder rassistisch klingen zu wollen, irgendwie sehen sie ja auch putzig aus 😉 Abgesehen von den kleinen „Rippern“ in Playa del Carmen habe ich mich im Kontakt immer sehr wohl gefühlt. Jeder war sehr hilfsbereit und trotz Sprachbarrieren (nein, in Mexiko wird sehr wenig und schlechtes Englisch gesprochen, ausser in der Rivera Maya, da müssen sie es), fand man immer einen Weg, sich zu verständigen.

Und apropro Land und Leute: Wir waren in sechs Wochen in fünf Bundesstaaten und wir haben uns an KEINER Stelle unbehaglich gefühlt, ganz im Gegenteil. Ja, im Norden sieht es nochmal ein Stück anders aus als im Rest des Landes. Das sagen auch die Mexikaner. Doch auch Mexiko Stadt soll durchaus bereisbar sein. Und ehrlich gesagt sind wir ziemlich traurig, dass wir den Norden nicht mehr mitgenommen haben. Dass man nachts nicht durch leere, unbeleuchtete Gassen laufen sollte ist klar denke ich. Doch das, was hier passieren kann, das kann überall auf der Welt passieren. Und mit ein wenig gesundem Menschenverstand kann man zumindest einige potentielle Möglichkeiten um einiges minimieren. Doch das Bild, welches viele haben und auch wir hatten, können wir überhaupt nicht mehr bestätigen. Wir waren nonstop sicher. Und ich bin so froh, all diese Zeit vor Ort gehabt zu haben, denn so hatte ich die Möglichkeit dieses Land so ausgiebig kennenzulernen und ein so vielfältiges Bild zu erhalten. Man hat sich in Land und Leute verliebt und wenn eins feststeht, dann ist es, dass wir ganz sicher nochmal wiederkommen! Schliesslich haben wir noch ein Date mit Mexikos Norden und Mexiko Stadt. 😉

Muchas Gracia Mexiko y hasta luego!

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„Es demasiado grande el mundo, ya que pueden ser empacados en una caja“- „Zu groß ist die Welt, als das man sie in eine Schublade stecken kann“