„Bahama – Mama“ – Freeport

Es ist 07:30 Uhr und wir hören wie unser Schiff am Hafen andockt. „Super!“ denken wir, „wir sind in Freeport angekommen!“. Uns sehr darauf freuend heute eine weitere Insel der Bahamas erkunden zu dürfen, nämlich Grand Bahama, werfen wir noch schnell vor dem Frühstück einen Blick über die Reling auf das sich zu unseren Füßen ersteckende Land. Und wir sind… sprachlos! Ich denke Henne und mir gehen in diesem Moment gleiche Gedanken durch den Kopf: „Scheiße!- Das soll Freeport sein?!“- Alles, was wir zu sehen bekommen erinnert an ein Industriegebiet. Ernüchtert vom ersten Eindruck genießen wir zunächst ein seeeehr langes Frühstück, denn, so scheint es uns, wir haben heute seeehr viel Zeit….

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Uns wird empfohlen, mit einem Taxi Richtung „Port Lucaya Marketplace“ zu fahren. Gesagt getan. Wir verlassen also unseren Luxusdampfer und betreten zunächst einmal wieder die sichere Touriarea für die Kreuzfahrttouristen, nett hergerichtet mit kleinen Buden, welche das nötige Kleingeld locker machen sollen ;). Von hier aus wird uns auch direkt ein Taxi angeboten, natürlich ist alles vollkommen organisiert. 10 USD „each“. Wir haben keine andere Wahl und willigen ein.

„Und dann kam Eric…“

Und mal wieder sind es die Menschen, die einem Ort das gewisse „etwas“ geben. Im Taxi treffen wir auf Eric, unseren Taxifahrer, welcher uns, sowie acht weitere Gäste, zu ihren Destinationen bringt. Eric ist freundlich, aufgeschlossen, weiß sehr viel und hat ganz eindeutig seinen Beruf verfehlt!- Er wäre ein super Guide! Auf unserer 20 minütigen Fahrt erzählt Eric uns zu allem , an dem wir vorbeifahren, Fakten oder Geschichten; ob es die Ölkanister sind, die Musikschule oder Burgerking, „the home of the Whopper!“. Eric gelingt es, durch seine Erzählungen und dem gewissen Stolz, mit welchem er uns sein zu Hause präsentiert, uns einen etwas tieferen Eindruck über die Bahamas zu vermitteln. Gleichzeitig wird uns aber auch in dem Gespräch deutlich, wie sehr die Bahamas auf den Tourismus angewiesen sind. An einer Stelle sagt Eric: „Gäbe es euch nicht, gäbe es mich nicht“. Der Satz bleibt in unseren Köpfen hängen…Wir hätten noch so viel um die Insel spazieren können, ohne Eric wüssten wir dann noch lange nicht so viel, wie wir nun dank ihm wissen. Ich hätte ihm noch Stunden zuhören können und bin fast ein wenig traurig, als er uns mitteilt, dass wir nun an unserem Ziel angekommen sind. Wir bedanken uns für eine tolle Fahrt und vor allem für diese mehr als freundliche Begegnung.

„Willkommen in Touri-City“

Ausgesetzt werden wir am Port Lucaya Marketplace. Schnell wird deutlich, dass auch dieser Bereich nicht unbedingt von den „Locals“ besucht wird. Alles scheint so künstlich und teuer, als sei alles extra für den Tourismus hergerichtet worden. Dennoch sieht es nett aus und wir lassen es uns nicht nehmen, einmal entlang zu schlendern. Angelehnt an den Markt entdecken wir einen Hafen, welcher sehr schön hergerichtet ist und zu einem Spaziergang einlädt.

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„Juhu! Endlich die Karibik gefunden!“

Henne und ich wollen dennoch noch ein kleines Stück mehr der wahren Insel Grand Bahama kennenlernen und da das Meer und die Natur nicht lügen können, zieht es uns an den Strand. Wir genießen eine Umgebung wie man sie sich tatsächlich in der Karibik vorstellt.

„Abschliessend lässt sich behaupten, so rümpft die Nase und spitzt die Ohren…“

Henne sagte an einer Stelle zu mir, es gäbe „die“ Bahamas und die Bahamas. Zum einen jene, welche man sofort unter der Google- Suche entdeckt, und zum anderen solche, welche auch unschöne Seiten haben. An dieser Aussage ist ganz viel dran, doch wenn man mal ehrlich ist, welche Stadt/welches Land/ welche Insel hat ausschließlich schöne Seiten? Auch wenn die Suchmaschinen dieser Welt versuchen, uns anderes zu verkaufen. Letzlich begegnet man bei der virtuellen Suche der Stadt Hamburg auch nur Bildern des schönen Hamburgs, wie der Binnenalster. Defacto gibt es jedoch auch ein Mümmelmansberg. Und nur beide Seiten gemeinsam machen eine Stadt vollkommen.

Wir sind in den Genuß gekommen, zwei der 700 Inseln der Bahamas etwas näher kennengelernt zu haben. Wir würden nicht behaupten, dass wir an den schönsten Spots der Bahamas waren, doch waren wir an sehr Sehenswerten! Beim genauen Hinsehen entdeckten wir in Nassau einige tolle Plätze zum betrachten und verweilen. Vor allem das Paralamentsgebäude gefiel. Freeport wurde erst letztes Jahr durch den Hurricane „Mathew“ stark verwüstet, was man der Insel ansah und anmerkte. Und dennoch, eine grundlegende schöne Natur, in diesem Fall der Strand, ist nicht wegzukaschieren. Generell haben wir das Gefühl, auf den Grand Bahamas zwar nicht viel gesehen zu haben, aber viel dennoch viel mehr wieder mitzunehmen, als das Repetoire, mit dem wir ankamen, was wir nicht zuletzt Eric zu verdanken haben. Ja, wir sind froh diese beiden Plätze der Welt mit einem Kreuzfahrtschiff in zwei Tagen durchgearbeitet zu haben und uns nicht über mehrere Tage eingebucht zu haben (wobei man in dem Fall sicher einige Ausflüge hätte machen können). Gleichzeitig sind wir jedoch auch froh, es genauso gemacht zu haben und mit genau den gesammelten Eindrücken, die wir nun haben, nach Hause fahren zu können. Also Nassau und Freeport in zwei Tagen? Unser Fazit: Kann man absolut mal machen 😉

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