Berastagi: Sonnenaufgang auf einem aktiven Vulkan

Nachdem wir in Bukit Lawang unseren bisherigen Höhepunkt unserer Weltreise erleben, wartet in Berastagi das nächste große Abenteuer: Wir befinden uns nämlich zwischen den beiden größten und aktivsten Vulkanen Sumatras 🙂 So gibt es auf der einen Seite den Sinabung, einen höchst aktiven Vulkan, dessen Eruptionen regelmäßg für Aufregung sorgen. So kommt es nicht selten vor, dass die gesamte Region um die Vulkane von riesigen Aschewolken sowie von Ascheregen geplagt werden. Auf der anderen Seite gibt es den Sibayak, der zwar aktiv, aber weitaus freundlicher gesinnt ist. Aus diesem Grund werden zu diesem Vulkan zahlreiche Ausflüge angeboten – Und wir entscheiden uns in diesem Zusammenhang für eine Sonnenaufgangstour 🙂

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Der Sibayak – In direkter Nähe der Stadt Berastagi 🙂

Sibayak – Aufstieg bei Nacht

Unsere Wecker klingeln um 3.45 Uhr, denn um 4.30 Uhr werden wir abgeholt. Die Fahrt zum Fuße des Vulkans dauert ca. eine halbe Stunde und führt über eine mehr als schlechte Straße : „Will man vom Vulkan schnell wieder weg?“ – „Pustekuchen!“, denke ich mir 😉 Am Vulkan angekommen, begeben wir uns, bewaffnet mit Taschenlampen, auf den schmalen und teils beschwerlichen Aufstieg. Zuerst geht es durch einen kleinen Dschungel, später geht es über große Steinbrocken immer höher. Im Großen und Ganzen ist Aufstieg zwar anstrengend, aber durchaus machbar 😉

Interessant ist vor allem die Luft, denn im Schein unserer Taschenlampe sieht man „Flocken“, ähnlich wie bei uns zur Weihnachtszeit wenn es schneit : Es ist die Asche des Sinabung – Vulkans. 🙂 Ein weiterer interessanter Fakt während unseres Aufstiegs ist das Verhalten unseres Guides: Er trampelt und stapft laut über Stock und Stein! Auf mein Nachfragen entgegnet er : „I try to scare the snakes!“ – „Interessant!“, denke ich und schließe mich ihm an …. Und so langsam erreichen wir trampelnd den Gipfel …

Ganz schön windig da oben! 🙂

Oben angekommen realisieren wir so langsam wie hoch wir eigentlich gelaufen sind: Wir können die Lichter der Großstadt Medan erkennen und genießen einen wunderbaren Blick auf Berastagi sowie auf den Sinabung! Wir warten gespannt auf den Sonnenaufgang, müssen jedoch kurzerhand feststellen, dass dieser aufgrund der Wolken relativ unspektakulär sein wird – „Macht nichts!“, denn die Wolken erscheinen aufgrund der dahinter liegenden Sonne mindestens genau so schön wie der erhoffte Sonnenaufgang. 🙂

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Sonnenaufgangstour ohne Sonnenaufgang – Trotzdem schön! 😉

Auf in den Krater – Es raucht und Zischt!

Nachdem wir eine ganze Weile auf dem Gipfel des Sibayak verweilt haben, begeben wir uns nun in dessen Krater. Uns fallen vor allem 4 Dinge auf:

  1. Es stinkt gewaltig nach Schwefel!
  2. Es raucht und zischt an unzähligen Stellen!
  3. An vielen rauchenden Löchern sammelt sich gelber Schwefel am Rand!
  4. Der Boden ist stellenweise glühend heiß!

Das Gefühl im Krater eines aktiven Vulkans zu stehen ist unbeschreiblich, denn obwohl man ein echt mulmiges Gefühl hat, ist es gleichzeitig super spannend und faszinierend. Vor allem dann, wenn der Guide einen dazu ermutigt sich direkt an das Geschehen zu begeben. So stehen wir inmitten der Schwefelschwaden auf heißem Grund und können aufgrund des lauten Zischens kaum etwas verstehen – Das nennt man dann wohl Abenteuer! 🙂

Auf dem Weg zurück nach Berastagi

Der Abstieg ist weitaus angenehmer als der Aufstieg und es ist spannend zu sehen, wo genau man im Dunkeln entlang gewandert ist – Und plötzlich macht auch das „Stapfen“ und „Trampeln“ echt Sinn, denn wir sind tatsächlich inmitten der Natur. 🙂 Besonders beeindruckend ist allerdings auch hier der Ausblick, der uns beim Aufstieg aufgrund der Dunkelheit verwehrt geblieben ist …

Unser nächstes Ziel sind die heißen Quellen, in denen wir ein kleines Bad nehmen werden. Im Prinzip ist es zu vergleichen mit einem „Kneipp – Bad“: Das durch den Vulkan erhitzte und mit Schwefel angreicherte Wasser wird in 9 verschiedene Becken geleitet, in denen jeweils eine unterschiedliche Temperatur herrscht. Pro Becken werden 5 Minuten empfohlen – aus Zeitgründen schaffen wir allerdings nur 6 Becken … 😉

Zurück in Berastagi

Nach insgesamt 6 Stunden sind wir zurück in der Stadt Berastagi. Insgesamt betrachtet ist der Auflug mehr als lohnenswert gewesen und stellt defintiv ein weiteres Highlight unserer Weltreise dar. Ein Ausflug zu einem aktiven Vulkan sollte laut unserer Meinung somit auf jeder „To – Do – Liste“ eines Weltreisenden auftauchen – Und vielleicht bietet sich der Ort Berastagi dafür ganz besonders an …


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