St. Cristobal

„Der Transfer 😉 „

Von Palenque aus geht es weiter nach St. Cristobal. In Palenque haben wir ein weiteres Pärchen kennengelernt, welches ebenfalls momentan auf Weltreise ist. Wir verstehen uns mit ihnen sehr gut und verbringen zu viert einige gemeinsame Zeit. Derer beider nächstes Ziel ist auch St. Cristobal. Es ist also naheliegend, sich gemeinsam auf den Weg dorthin zu machen. 😉 Wie sich heraustellt ist die günstigste und schnellste Option, um nach St. Cristobal zu kommen, mit einem Taxi. Man fährt so zunächst nach Ocosingo und von dort nimmt man ein weiteres Taxi nach St. Cristobal. Die Fahrtzeit beträgt insgesamt ca. 5,5 Std. Der ADO-Bus benötigt im Vergleich 9 Stunden. Wie offiziell die Taxen dorthin sind, sei mal dahingestellt 🙂 . Wir vier schnappen uns in jedem Fall ein gemeinsames Taxi und auf „ach und krach“ werden vier große Backpacks im Kofferraum verstaut – Los geht’s! 😉

„Gefangen in der düsenden Sardinenbüchse“

Während Henne relativ komfortabel vorne sitzt, sitzen wir drei anderen hinten eher wie in der Sardinenbüchse 😉 . Die Fahrt dauert ca. drei Stunden und wir fahren inmitten durch das Gebirge. Die Landschaft ist wunderschön: Malerische Berge, Flüsse und schöne Weiden. Holprig hingegen ist es im Taxi. Die Sardinenbüchse erlebt eine sehr kurvige und Schlagloch- besetzte Fahrt. Der Fahrstil des Fahrers erinnert auch eher an jenen von Kimi Räikkönen als an den eines Rentners. Wir kommen- lebend- in Ocosingo an. Unser Gepäck noch nichtmal ausgeladen werden wir direkt von zig Taxifahrern belagert, welche uns alle ihre Dienste bis nach St. Cristobal zu überteuerten Konditionen anbieten wollen. Wir teilen uns auf: Während Henne und ich das Gepäck von uns vieren bewachen ziehen die anderen beiden los, um für uns irgendwo einen guten Preis auszuhandeln- mit Erfolg! 😉 Unser Gepäck wird also in einem schicken, weißen BMW verstaut und weiter geht es. Zumindest hat sich die zweite Sardinenbüchse erweitert und vergrößert 😉 . Zwei Stunden später erreichen wir St. Cristobal. Die gesamte Fahrt hat uns 130 Peso pro Kopf gekostet- absolut günstig!

„Mehr Glück als Verstand?…“

Im nachhinein betrachtet war dies jedoch nicht die sicherste Art und Weise, um nach St. Cristobal zu reisen. Wie sich herausstellt, fahren die Busse sehr bewusst nicht durch das Gebirge, sondern drum herum, da im Gebirge einige Rebellentruppen ihr Unwesen treiben sollen. Sie bauen Straßenbarrieren auf und verhindern Reisende an der Weiterfahrt, bis sie zahlen. Auch der eine oder andere Bus soll schon überfallen worden sein. Ob es heute noch so ist, ist recht umstritten. Wir für unseren Teil haben in jedem Fall Glück gehabt und sind sicher angekommen.

„Welcome to St. Cristobal“

Angekommen in St. Cristobal ist unsere aller erste Feststellung: „Oha, es ist im Vergleich zu vorher echt kalt hier! – Willkommen in den Bergen!“ 😉 Bevor wir also auch nur einen Meter gehen werden sich erstmal lange Klamotten über die Kurzen drübergezogen. Wir wandern in Folge ca. 20 Minuten bis zu unserem Hotel. Die Straßen sind sehr belebt und der Stadtkern ist wirklich fotogen! Am Abend wird es dann, in Relation zu dem was wir momentan eigentlich gewöhnt sind, echt sehr frisch (ca. 5- 10 Grad). Wir genießen also noch eine Dose Frijoles (mexikanische Bohnenspezialität) und muckeln uns danach in unsere warmen Decken ein.

In St. Cristobal sind zwei Kirchen, welche auf zwei Bergen stehen und über Stufen erreichbar sind. Respekt an jene, welche diesen Weg regelmäßig bestreiten um die Andachten zu sehen. Wir beschließen, die näher gelegende Kirche in unserer Nachbarschaft zu erkunden. Wir erklimmen also alle 91 Stufen (jaha, ich habe sie alle gezählt! 😉 ) . Die Kirche ist ganz nett anzusehen. Schön ist allerdings auch der Ausblick, den wir von hier oben genießen dürfen. Vor einem zeichnet sich das Treiben der Straßen ab und im Hintergrund erblickt man eine wunderschöne Berglandschaft.

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Wir laufen durch die Mainstreet von St. Cristobal. Im Stadtkern spielt sich das Leben ab, vor allem in den Abendstunden 😉 . Zu unserer Linken wie auch zu unserer Rechten erstrecken sich Cafés, Restaurants und Shops – Eins nach dem Anderen. Die Häuser sind sehr bunt und sehr liebevoll hergerichtet.

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Über die Mainstreet gelangt man zu einem der Hauptplätze. Wir haben mal wieder Timing :), denn wie wir an dem Platz ankommen findet eine Parade statt! Wir erfahren, es handelt sich um ein Fest zu Gebühren der Taxi Collectivos. Dies sei Tradition in St. Cristobal. Und tatsächlich, das Ende der Parade bilden mehrere, hübsch hergerichtete Taxi Collectivos.

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Wir kommen zu dem Platz, wo die Kathedrale steht. Gegenüber der Cathedrale ist ein großes Kreuz aufgestellt. Glaube wird hier groß geschrieben. 😉 Über weitere, wirklich schöne Einkaufspassagen und vorbei an vielen weiteren Cafés bewegen wir uns in Richtung der Märkte. Egal wo man in St. Cristobal lang spaziert, überall gibt es etwas zu gucken.

Wir gelangen zu den großen Märkten. Wir haben wirklich schon viele gesehen und lieben es, über diese zu schlendern. Die Märkte hier sind dennoch irgendwie etwas Besonderes. Es ist laut, extrem voll und man bekommt hier wirklich alles zu kaufen! Kinder bewachen mit die einzelnen Stände und gleichzeitig gibt es sogar inmitten des Marktkomplexes Spielautomaten für diese. Überall grölt es aus den Fernsehern. Es ist Fußballzeit (Confed – Cup). Eine Halle ist voller Fleich und Fisch. In der Form würde es das in Deutschland nie geben- alles liegt offen plaziert. Die Hygiene ist wahrscheinlich auszublenden und der Gestank (aus der Fleischhalle) beißt in der Nase….

„Eine gute Tat pro Tag.. 😉 „

Wir laufen weiter durch die Straßen und gelangen zu einem weiteren Platz. Hier ist der Anteil der Menschen deutlich mexikanischer in Relation 😉 Überall gibt es Möglichkeiten, sich bei den Straßenhändlern Essen und Getränke zu kaufen, so auch hier. Henne gönnt sich einen Kakao. Die alte Dame, die diesen verkauft freut sich, öffnet ihren großen Pott und Henne erblickt schwarze, dreckige Ränder. Der Kakao, inklusive anderer undefinierbarer Stücke (wir vermuten Reis und andere Körner) wird in einen Plastikbeutel gefüllt, Strohhalm rein, acht Pesos bezahlt und fertig ist das Getränk. 🙂 Henne präsentiert mir seine neueste Eroberung mit einem absolut zweifelndem Gesicht und den Worten: “ Ich glaube, ich kann das nicht trinken!“. 🙂 Wir nehmen unseren vollen Mut zusammen und probieren beide. Ja, wie könnte man es geschmacklich beschreiben? Es war eine interessante Erfahrung?! 😉 Letzlich schenken wir den Kakao einen kleinen Jungen, welcher mit seiner Mutter an uns vorbei kommt und uns was verkaufen möchte. Der Junge strahlt bis über beide Ohren. Er freut sich und wir haben zusätzliche Credits gesammelt um schlussendlich nicht in der Hölle zu landen. Eine gute Tat pro Tag. 😉

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„Eine große Klufft zwischen Reich uns arm…“

Interessant an St. Cristobal ist, dass man hier nicht nur das Aufeinandertreffen von Touris und Mexikanern beobachten kann. Vor allem beobachtet man hier gravierende Unterschiede in den Vermögenverhältnissen der „Locals“. Man begegnet hier wirklich gut betuchten Mexikanern, aber auch eben sehr armen Mexikanern. Hier in St. Cristobal leben sehr viele Indigos, es wird viel gebettelt und auf der Straße versucht, durch den Verkauf von Lebensmitteln, Klamotten (Handarbeit), aber auch von Figuren etc. sowie durch Dienstleistungen wie z.B. dem Schuhe putzen Geld zu machen. Unterwegs ist jede Altersklasse: die Babys wandern im Arm ihrer Mütter mit, kleine Kinder laufen an der Hand und die etwas größeren Kindern auch schon selbstständig und teilweise alleine. Auch viele Rentner sind anzutreffen. Es wird sehr viel gebettelt…. An einer Stelle sehen wir eine wirklich alte Frau (wohlmöglich um die 80 Jahre alt). Sie sitzt am Straßenrand und versucht mit dem Verkauf von Kräutern den einen oder anderen Peso dazu zu verdienen. Wir geben ihr fünf Peso.. Sie drückt in dem Moment fest meine Hand und umschliesst diese mit ihrer anderen Hand. Sie bedankt sich ganz aufrichtigt und wünscht mir für mein Leben nur das Beste. Sie und dieser Moment berühren mich sehr….

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Darüber hinaus ist St. Cristobal sehr multikulti. Das Stadtbild wird durch viele alternative Hippies abgerundet (Touristen!). Und wem das noch nicht reicht, der kann sich an all den Straßenhunden satt sehen.

Unseren Abend lassen wir mit dem lieben Pärchen aus Palenque auklingen. Wir gehen dazu in eine Bar, gönnen uns ein Paar Bierchen und erleben einen wirklich schönen Abend voller toller und intensiver Gespräche.

 

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