Tikal – unsere kleine große Maya – Dschungelexpedition

Der Tag beginnt sehr früh. Unsere Wecker klingeln uns bereits um 3.45h aus dem Land der Träume. Fertig gemacht und fertig bepackt werden wird um 4.30h von einem kleinen Tourbus an unserem Hotel abgeholt. Die Fahrt dauert knappe 1,5 Stunden, eine gute Gelegenheit, um nochmal kurz die Augen zu schließen und ein Nickerchen zu machen. 😉

„Eine Busfahrt, die ist lustig, kein Reisepass ist nicht schön!“

Angekommen heißt es erstmal Schlange stehen an der Kasse. Der Eintritt beläuft sich auf 25 QUZT für Einheimische und auf 150 QUZT für Touristen (8QUZT = 1 €). Ob das fair ist? Diese Entscheidung bleibt mal jedem selbst überlassen. 😉 Wir werden nach unseren Ausweisen gefragt. Ja, scheiße! Das hat uns natürlich keiner vorher gesagt und folglich liegen diese sicher in unserem Hotel. Letzlich gibt sich die Dame an der Kasse mit unseren Ausweisnummern zufrieden. – Jeder Reisende weiß, „fotografiere deine Dokumente ab, dann hast du sie immer griffbereit“. – Zu dumm nur, dass sich meine Speicherkarte von meinem Handy selbst zerstört hat und mit ihr all auf ihr gespeicherten Daten verabschiedet haben, was ich just in dem Moment, wie ich im nirgendwo an der Kasse von Tikal stehe, registriere. Henne hat noch ein Bild von meinem alten, ungültigen Reisepass griffbereit auf seinem Handy. 2- 3 Risiko- wir geben meine alte Passnummer an und ich beginne zu schwitzen und zu beten, dass mich hier im Dschungel von Guatemala keiner auf meine Identität prüfen kann. Wir wandern artig zurück in den Bus und werden zu einer weiteren Sammelstelle gebracht.

„Die gebuchte Tour- und wo ist das Abenteuer?“

Bei der Buchung des Busses nach Tikal wurde uns gesagt, dass ein Guide insgesamt nur 2,50€ mehr kosten würde, als lediglich vom Bus in Tikal ausgesetzt zu werden. Wir buchen also eine geführte Tour und erhoffen uns, so noch viele Informationen vor Ort zu bekommen. An der Sammelstelle werden wir- wie auch 27! weitere Menschen- von diesem Guide in Empfang genommen. So Viele haben wir nicht erwartet und wir sind ein wenig enttäuscht. Nachdem wir nun erstmal 20 Minuten warten müssen, bis auch wirklich jeder die Möglichkeit hatte sich mit Snacks einzudecken und Kaffee zu trinken, geht es dann auch endlich los! Wir, 29 Menschen, passieren einen weiteren Eingang, was wieder warten bedeutet; jeder Einzelne muss sein Ticket vorzeigen und wird mit seinem Namen und seiner Passnummer (…) in einer Liste registriert. Letzlich bekommt jeder sein Touristenbändchen und es kann endlich losgehen!

Mitunter besonders an Tikal ist, dass es sich um eine Mayastadt inmitten des Dschungels handelt, was atmosphärisch sensationell sein soll. Von dem Dschungelfeeling bekommen wir anfänglich jedoch leider so gar nichts mit, denn unsere Reisegruppe übertönt mit ihrem Gesabbel die komplette Geräuschkulisse des Dschungels. Nachdem wir uns von unserem Guide einmal den Nationalbaum zeigen lassen, diesen dann alle 29 Menschen bestaunt und fotografiert haben und wir bei der ersten Ruine angekommen sind wird es uns zu bunt. Wir verabschieden uns von dem Guide und beschließen, Tikal wieder zu dem zu machen was es ist, ein kleines Abenteuer, und es auf eigene Faust zu erkunden.

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Der Nationalbaum und unsere erste, besichtigte Ruine

„Das Abenteuer beginnt – und die Augen beginnen zu staunen!“

Wir laufen durch den Dschungel. Auf dem Weg zum „Grand Plaza“ hören wir es in den Bäumen rascheln und wühlen. Wir schauen hoch und entdecken Affen, welche sich durch die Bäume hangeln.

Wir kommen auf unserem Weg zum Grand Plaza an einem weiterem Tempel vorbei. Dieser ist so gigantisch groß! Einfach nur beeindruckend! Kaum zu glauben, dass die Tempelanlagen noch tief unter die Erde reichen. Noch weniger zu glauben ist, dass diese ohne maschienelle Hilfe von Menschenhand erschaffen worden sind!

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„Summ-Summ, Bienengebrumm“

Über einen weiteren Weg gelangen wir zu dem Grand Plaza. Wir beide hören ein sehr lautes Summen, ähnelnd dem eines großen Schwarms Bienen. Wir schauen auf die Rasenfläche und liegen gold richtig. Die komplette Rasenfläche ist mit Bienen übersät. Die Geräuschkulisse ist bemerkenswert!

Der Grand Plaza wird von weiteren Tempelanlagen umrandet. Wir steigen die Treppen zu einem der Tempel empor und genießen eine tolle Aussicht.

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Wir wandern weiter durch den Dschungel. Auf unserem Weg begegnen wir einem Vogel, welcher einem Pfau ähnelt, aber keiner zu sein scheint.

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„Wenn Brüllaffen Lieder singen und der Ausblick dich aus den Socken haut“

Wir erreichen den höhsten der ausgegrabenen, zugänglichen Tempel. Wir steigen die Treppen hinauf, was wirklich hoch und anstengend ist! Oben angekommen zahlt der Ausblick einfach jede einzelne, erklommene Stufe wieder aus! Es ist einfach fantastisch und wir verstehen, warum George Lucas diesen Ort im 4. Teil der Star Wars Reihe zum Drehplatz machte. Wir lehnen uns zurück und schauen von hier aus über den Dschungel und die Spitzen weiterer Tempelanlagen.

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Ebenfalls beeindruckend ist es, wie schnell das Wetter umschlagen kann. Eben war noch eine klare Sicht zu sehen, und binnen von einer Minute beobachten wir, wie sich der Himmel über dem Dschungel in einem Nebelschleier versteckt. Wir sitzen eine ganze Weile einfach nur da, sehen in die Ferne und lauschen einem Brüllaffen, welcher seinem Namen alle Ehre macht.

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„Tucanalarm!“

Wir wandern weiter und besichtigen weitere Tempelanlagen. Auf einem weiterem Tempel angekommen erwartet uns die nächste Überraschung: Im Baum sitzt ein Tucan! Wow!

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„Der Dschungel verrät, wie spät es ist – Die Uhrzeit der Natur…“

Henne und ich maschieren noch eine ganze Weile durch den Dschungel und besichtigen das Erbe der Maya. Wir stellen fest, dass der Dschungel seinen eigenen Tagesablauf hat (nachdem man auch die Uhr stellen kann! 😉 ). Gegen 10.30h sind die Bienen verstummt und haben sich in den Feierabend verabschiedet. Der Dschungel erklingt durch ein Geräusch, welches an mehrere Sägen erinnert. Wir vermuten, es handelt sich um spezielle Grillen, wissen es aber nicht genau.

„Das Erbe der Maya“

Wir beschließen, dass auch für uns allmählich die Zeit gekommen ist, zurück nach Flores zu fahren. Auf dem Weg zum Bus sollen wir jedoch ein letztes Mal überrascht werden. Wir begegnen einer Nasenbärenfamilie! Zu schwer fällt es mir, mich nach einer gewissen Zeit von ihnen abzuwenden und weiter zu gehen!

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Tikal- eine der bedeutendsten und am meist erforschten Städte der Maya. Tikal erstreckt sich auf einem Gebiet von etwa 65 Quadratkilometern, und nur ein Bruchteil ist erforscht und mitlerweile für den Tourismus zugänglich gemacht. Doch das, was wir sehen konnten, erschien schon so gigantisch, dass man sich die weiteren Dimensionen kaum ausmalen kann. Tikal hat uns verzaubert. Sowohl die Ruinen, welche in ihrer Bauweise als auch mit ihrem historischen Hintergrund komplexer und beeindruckender nicht sein könnten als auch der Dschungel, welcher uns nur einen kleinen Eindruck der eigentlich so tiefgehenden Abläufe schenkte. Unsere Erde, unsere Welt ist so viel größer, als wir uns diese in unseren Phantasien ausmalen. Man muss nur seine Augen öffnen und loslaufen….

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