Kuba: Das Land der Extreme

„Kuba – da musst du momentan unbedingt hin bevor die Amerikaner kommen!“ So in etwas klingt fast jede Begründung warum man gerade jetzt nach Kuba reisen sollte. – Und vorweggenommen : Ja es stimmt, möchte man das urprüngliche Kuba sehen, sollte man sich etwas beeilen, denn das Land verändert sich sehr schnell… 😉

Doch was genau bedeutet eigentlich das Urprüngliche? Bezieht man sich hierbei auf die Menschen, auf de Sozialismus oder auf solche Dinge wie die vielen Oldtimer, Mojitos&Cuba Libre oder die Architektur, die für Kuba charakteristisch sind? Oder möchte man einfach in eines der letzten sozialistischen Länder dieser Welt reisen? – Auf diese Frage sollte man nicht unbedingt eine Antwort parat haben, aber wer das urprüngliche Kuba finden möchte, sollte sich Gedanken machen wo genau er danach suchen will. 😉 Denn wir machen in 2 Wochen sehr gegensätzliche Erfahrungen…

Havanna – laut, schmutzig und wunderschön!

Wir starten in Havanna, der Hauptstadt Kubas. Unsere Unterkunft liegt inmitten der Altstadt, die auf den ersten Blick vor allem dreckig und laut erscheint. Die Straßen sind voll mit Müll, es stinkt übelst nach Kloake und überall hört man sehr laute Musik, bei der sich die Kubaner trotzdem lautstark versuchen zu unterhalten… 😉 Wir wohnen nur 5 Minuten vom „Parque Central“ (direkt neben dem Kapitol) entfernt, wo sich uns ein ganz anderes Bild zeigt: zahlreiche und gut erhaltene Oldtimer, viele Touristen und eine äußerst attraktive Architektur: Wir sind begeistert! 🙂

Vom „Parque Central“ machen wir uns auf in Richtung des Hafens, wo sich die großen Festungsanlagen befinden. Und so laufen wir über den Boulevard „Paseo de Marti“, der als eine der schönsten Straßen Havannas bezeichnet wird. Das Bild welches sich uns hier zeigt, wirkt mehr als paradox: Der Boulevard ist tatsächlich wunderschön und erinnert an die Pariser Champs – Élysées, doch er ist wie ausgestorben… Denn aufgrund des politischen Systems gibt es weder Geschäfte noch nennenswerte Restaurants. Die mitunter schönste Straße Havannas ist vor allem eins: Verlassen! Hier könnte man meinen, es sei das Ursprüngliche, doch ist das wirklich sehenswert?

Die imposanten Festungsanlagen des Hafens

Angekommen am Hafen machen wir vor allem eines: Fotos! 🙂 Man fühlt sich ein bisschen wie auf einer Zeitreise, denn man kann sich wirklich gut vorstellen wie hier früher in der Kolonialzeit die Schiffe ein- und ausschipperten 😉 Aufgrund seiner Lage war Havanna immer einer der Hauptanlaufpunkte für allemöglichen Seefahrer: Händler, koloniale Militärschiffe und natürlich Piraten – die Vorstellungskraft wird hier also richtig angeregt 😉 Auf dem Rückweg in die Altstadt machen wir wieder sehr gegensätzliche Erfahrungen: Wir entdecken wunderschöne Gebäude, Plätze und den ehemaligen Riegierungspalast und stellen fest: Havanna zerfällt! Obwohl wir auch immer wieder intakte und restaurierte Oste finden, festigt sich eher das Bild vom heruntergekommenen Kuba – Und wir sind gespannt ob sich das ändert…

Trinidad – Ein gut besuchtes charmantes Dorf

Trinidad ist eine kleine Stadt im Zentrum Kubas und aufgrund seines kolonialen Charmes eines der Top – Ausflugsziele für Touristen. Und somit treffen Ursprünglichkeit und Moderne aufeinander. Es gibt einige Souvenirläden und zahlreiche Restaurants – man wird ständig nach „Taxi?! Taxi?!“ gefragt und es werden Reitausflüge zu verschiedenen Wasserfällen in den anliegenden Nationalparks angeboten – Die Stadt lebt somit mittlerweile hauptsächlich vom Tourismus. Doch so richtig verstanden haben die Kubaner den Tourismus dann doch noch nicht: So entstehen die Preise zum Teil willkürlich und ohne System, bei Reitausflügen wird man (zumindest in unserem Fall) in unpassende Sattelt gesteckt und ohne Einweisung wird losgeritten; in unserer Casa Particulare kostet das Frühstück für 2 Personen 10 Euro – für ein Omelett und Obst – Gewinnmarge: ca. 95 % 😉 – Denn Hühner laufen hier überall rum und Obst wächst so ziemlich in jedem Garten und teils auch an den Straßen… – Und möchte man etwas gewaschen bekommen bezahlt man für ein T-Shirt 2 Euro (zum Vergleich: wir zahlen in Mexiko für 10 Kilogramm Wäsche 5 Euro 😉 ) …

Abgesehen von diesen Kleinigkeiten ist Trinidad allerdings wirklich wunderschön und wir verbringen 3 tolle Tage in dieser Stadt. Es steht trotzdem die Frage im Raum, wie viel Ursprünglichkeit in Trinidad noch vorhanden ist 😉

Sancti Spiritus vs. Vinales

Nach Havanna und Trinidad bleiben uns zwei weitere Ziele: Sancti Spiritus und Vinales, das unter Denkmalschutz stehende im Tal gelegene Dorf im Westen Kubas. Und beide Orte haben vor allem eines gemeinsam: sie sind beide äußerst attraktiv! Doch entscheidend ist auch, dass sie extremste Unterschiede aufweisen. Denn während Vinales auch aufgrund seiner Nähe zu Havanna das Topziel für Touristen darstellt, ist Sancti Spiritus eher ein Geheimtipp. Und so entdecken wir aufgrund der fehlenden Touristen in Sancti Spiritus unser ursprüngliches Kuba – so wie wir uns es vorgestellt haben! Die Menschen sind hier besonders nett (wir haben einige Kontakte zu den Einheimischen 😉 ), die Preise sind sehr angenehm (Kuba ist sonst im Verhältnis zum Entwicklungsstandes des Landes eher teuer) und wir können ohne „Taxi?! Taxi?!“ die schöne Stadt erkunden! Wunderbar! (Nicole wird hierzu noch einen weiteren Blogeintrag schreiben 😉 )

Vinales ist hier wiederum das komplette Gegenteil. Obwohl hier vor allem Tabak angebaut wird, ist es ganz offensichtlich der Tourismus mit dem hier Geld verdient wird. – Und das klappt offensichtlich ganz gut! 😉 Denn fast alle Gebäude der Stadt sehen neu aus – Zudem gibt es einige Supermärkte (auch wenn jeder deutsche Kiosk ein größeres Sortiment aufweisen kann 😉 ) und sehr viele Restaurants und Bars. Die Preise sind soweit ganz gut: Wir zahlen in der Regel für 2 mal Spaghetti Napoli (Tomate und Käse 😉 ) plus Getränke 10 Euro! Vinales gefällt uns insgesamt sehr gut und aufgrund der Schönheit der Umgebung sieht man über die kleinen Unnannehmlichkeiten des politischen Systems gerne hinweg. 🙂

Kuba – Das Land der Gegensätze

Zum Schluss möchte ich einige Punkte aufzählen, die im Text entweder keine oder nur zu wenig Beachtung geschenkt bekommen haben 😉

  1. Kuba ist sozialistisch – Varadero ist kapitalistisch und hat mit Kuba nicht viel zu tun!
  2. Die meisten Autos sind amerikanische Oldtimer!
  3. Die Autobahnen sind leer – Es gibt nie Stau!
  4. Die Lieblinggerichte der Kubaner sind augenscheinlich Pizza, Pasta und Burger – Man male sich aus, wie sich die zukünftige Ankunft amerikanischer Fast Food Ketten auswirken wird…!
  5. Ché Guevara und Fidel Castro sind omnipräsent!
  6. Es gibt sehr wenige Geschäfte mit sehr wenig Auswahl!
  7. Bei Bier und Cola gibt es regelmäßig Engpässe bei der nationalen Produktion – Importiert wird daher Bier aus Holland (z.B. Bavaria) und Cola aus Mexiko (Name: Stars & Stripes 😉 )!
  8. Viazul – Busstationen befinden sich häufig sehr weit außerhalb der Stadt!
  9. Toiletten sind regelmäßig mehr als eine Katastrophe – Ohne Trennwände, kein Klopapier und keine Spülung! Kosten trotzdem 5 – 10 Cent pro Schiss!
  10. Kubanisches Obst ist super lecker!

Weiteres zu Kuba findet ihr wie immer unter Reiseberichte (Weltreise 2017/2018) 🙂


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s