What a lovely Day- Not! Transfertag 2.0

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„Nur aufs Ziel zu sehen, verdirbt die Lust am Reisen“.- Friedrich Rückert

Doch manchmal ist es exakt der Weg dahin, der das Reisen situativ verdirbt. 😉 Wir kennen sie alle: Transfertage. Es gibt gute und schlechte Tage. Jeder hat das selbe Ziel: Problemlos ankommen und den Wunsch, dass einfach alles reibungslos funktioniert.- Die Geschichte zu einem ziemlich teuren und dämlichen Transfertag:

6 Stunden vor Abflug

Dabei begann alles so gut! Frisch geduscht, gefrühstückt und mit einem Gratiskaffee in der Hand verlassen wir unser ätzendes Hotel mit keiner Träne in den Augen, um es in Hennes Worten wiederzugeben: „Tschüss Gardin inn, du Mongohotel!“ 😉 Wir fahren also mit unserem Mietwagen ein letztes Mal Richtung Miami Airport und genießen dazu die „Adults Hits“ aus dem Radio, welche uns mit typischer, amerikanischer Musik aus den 80er Jahren begnügt. Herrlich! Könnte der Tag noch schöner sein? 🙂 Vor dem Airport stehen wir geringfügig in den Straßen von Miami im Stau. Machts nix, denn zu diesem Zeitpunkt haben wir bis zum Abflug noch ca. 5 Stunden Zeit.

5 Stunden vor Abflug

Die erste kleine Krise gestaltet sich unmittelbar vor Abgabe des Autos. Henne und ich stellen fest, dass sich der Gratiskaffee meldet und eine Toilette her muss. Hier trifft nun absolute Logik auf Mann. 😛 Wir standen bereits am Abgabepunkt unseres Mietwages muss man wissen. Die Toiletten waren auf unserem Weg im Airport 😉 Während ich also die Logik vertrete eben unser Gepäck zu nehmen und dann Richtung WC zu maschieren beschliesst mein Freund folgenden Masterplan: Aus dem Auto aussteigen, bis zur Toilette wandern, dann wiederkommen, Gepäck nehmen, dann wieder Richtung WC, die ja im Airport sind. HÄ? – Männer… 😉 Wir sprechen aneinander vorbei, letzlich ist Henne angefressen (nur um es klarzustellen, ich sagte mehrfach, dass er ruhig erst zur Toilette gehen könne 😉 ), schnappte sich in windeseile was es zu greifen gab an Gepäck und wandern, dezent angefressen (Henne mit einem gesunden Harremsvorsprung zu mir), Richtung Airport. Wunderbar, es unterhalten sich die Mücke und der Elefant 😀

Den Kaffee losgeworden steigert sich auch wieder die Stimmung! Yeay, Mexiko, wir kommen! Ab zum Check- in Automaten von American Airlines. Dieser offenbart uns dann, dass wir leider kein Gepäck inklusive haben und pro Gepäckstück 25USD zu zahlen haben. WTF? – Natürlich sind 50 Dollar eigentlich nicht die Welt. Jeder Langzeitreisende weiß jedoch, dass 50 Dollar für diesen verdammt viel Geld ist! Nachdem wir also sämtliche Buchungsbestätigungen durchforsten und leider nirgends etwas zu den Gepäckbestimmungen steht bleibt uns keine andere Wahl und wir zahlen die verdammten 50 Dollar. Fuck off!

3 Stunden vor Abflug

Das Gepäck aufgegeben und endlich eingecheckt (natürlich hatten wir beim einchecken auch nur eine Auswahl von 4 Plätzen, alternativ hätte der Spaß nochmal 20 Dollar pro Kopf für die Sitzplatzwahl gekostet) geht es Richtung Sicherheitskontrolle. Hier bildet sich eine superlange Schlange. „Machts nix“, denken wir uns, „wir haben ja noch Zeit!“ Durch die Kontrolle gehend werde ich herausgewunken. In meinem Rucksack sei etwas. Ich werde also nach sämtlichen Scheiß gefragt: Feuerzeuge? Waffen? Flüssigkeiten? Bomben? – Klar, von allem etwas!- Natürlich nicht!? – Ja schade, schlecht gelaufen! Denn plötzlich holt der nette Herr mein Schweizer Taschenmesser aus dem Rucksack. Ja ich weiß! Welcher Volltrottel vergisst bitte ein Messer in seinem Handgepäck?! Ein dummer, dummer Anfängerfehler. Ich hatte mein verdammtes Handgepäck nicht mehr überprüft! So stehe ich also da, vor dem netten Herren und meinem Freund, mit der Fragestellung: „Was wollen Sie tun Misses? Wegwerfen oder Aufgeben?“ Da es sich um ein Geschenk einer mir sehr wichtigen Freundin handelt,welches ich extra für die Weltreise bekommen habe, beschließe ich, es aufzugeben. Der Sicherheitstyp bringt Henne und mich also zurück aus dem Transferbereich zum Check- in- Automaten. und nochmal alles auf Anfang. Ich war bedient und meine Nikotinkaugummis neigten sich dem Ende zu. Bravo! Ich soll nun also meinen kompletten kleinen Rucksack am Automaten als Gepäck aufgeben, für 40!fucking USD!! 40 Dollar!? Für eigentlich Handgepäck, welches in der Kabine umsonst gereist wäre?! Ich dachte mein Schwein pfeifft! Ja, meine Dummheit mit dem Messer, aber 40 Tacken? – Das ist reinste Willkür, meine lieben Freunde von American Airlines! Und nochmal, für uns momentan echt viel Geld! Die Zeit beginnt, Druck zu machen, Henne war geladen, ich war das sprichwörtlich „kotzende Pferd vor der Apotheke“. Ende vom Lied, ich ziehe meine Kreditkarte durch, gebe meinen Rucksack auf und erzähle dem Typen am Schalter derweil wie maßlos angepisst ich doch gerade bin, was ihn einen scheiß interessiert.

2- 1,5 Stunden vor Abflug

Es geht also wieder in die Endlosschlange der Sicherheitskontrolle 2.0. Während wir also warten beobachte ich ein echt hübsches Nackenkissen. Ja Nackenkissen, apropro… „Henne, sag mir, du hast mein echt schönes Nackenkissen (es war wirklich sehr deluxe!) aus Australien vorhin aus dem Auto mitgenommen??!“ Mein Freund antwortet mir schon gar nicht mehr bei meiner Laune. Affe tot, Klappe zu. 30 Minuten vor Abflug sitzen wir also endlich an unserem Gate Richtung Cancun. Fuck off.  Wir boarden in eine mega leere Maschiene (wir erinnern uns, 4 freie Sitzplätze zur Auswahl) und genießen auf unserem kurzen „up and down“ eine Cola und einen kleinen Snack.

In Cancun gelandet sind wir auch wieder deutlich entspannter und es geht mit dem Bus Richtung Hostel. Wir freuen uns! Wir werden irgendwo in Downtown rausgelassen. Öhm ja, Palmen? Strand? Blaues Meer? Pustekuchen. Die Gegend erinnert an Asiens Großstädte. Macht nichts, denken wir uns, wir wissen ja bereits, dass überall auf der Welt „schöne Plätze“ und „normale Plätze“ sind. Wir erreichen unser Hostel, welches mit einer wundervollen Dachterasse, welche zum verweilen einlädt, online warb. Mit Whirpool und Drinks! Wow! – Ja schade schade! Angekommen wird uns offenbart, dass die Dachterasse gerade restauriert wird. Und so ist es auch! Es handelt sich um die reinste Baustelle! Wir betrachten also unser 14- Bett Zimmer ohne Klimaanlage (welches jedoch nur mit vier Menschen, inklusive uns, belegt war), buchten erstmal eine tolle Unterkunft in Playa del Carmen und ich kam heute immer wieder nicht um den Ohrwurm herum von dem Song „Its a lovely day“.

Und die Moral aus der Geschicht, stress die liebe Nici nicht 😉

Was lernen wir daraus? Habe Geld oder sei konzentriert! Checke deine Buchungsbedingungen, sortiere dein Gepäck, und kontrolliere in jedem Fall dein Handgepäck BEVOR dein reguläres Gepäck aufgegeben wird. Alternativ wird der schöne Tag echt teuer, stressbesetzt und die Zeit knapp. 😉